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descriptionToilettenschild
Geht Harn unkontrolliert ab, kann das viele Ursachen haben – Muskelschwäche, eine Hormondisharmonie, Prostataprobleme und vieles mehr.
descriptionUrinprobe
Mit Urinprobe, Ultraschall, urodynamischen Untersuchungen und einer Spiegelung lässt sich feststellen, was die Ursache für die Inkontinenz ist.
descriptionTabletten
Inkontinenz lässt sich heilen oder lindern. Neben Medikamenten, Operation und künstlichem Schließmuskel sind Injektionen mit Zellen ein neuer Behandlungsansatz.
descriptionGymnastikball
Mit gezieltem Training lässt sich Inkontinenz oft erheblich bessern. Ist das zu wenig effektiv, sorgen unauffällige Hilfsmittel für eine fast normale Lebensqualität.
descriptionAbflug-Schild am Flughafen
Hobbies nachgehen, Veranstaltungen besuchen und nicht zuletzt den Sex genießen kann auch bei Inkontinenz möglich sein – wenn man einiges beachtet.
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Die Blasenfunktion im Visier

Wer Inkontinenzprobleme hat, scheut sich oft, deswegen zum Arzt zu gehen. Einerseits ist das Thema immer noch tabuisiert, andererseits fürchten viele, eine Blasenuntersuchung sei schmerzhaft. Dabei belasten die einzelnen Diagnoseschritte den Patienten so gut wie nicht.

Im Überblick



Bereiten Sie sich auf den Arztbesuch vor

Wenn Sie unter unfreiwilligem Urinverlust leiden, zögern Sie nicht lange – gehen Sie zum Arzt. Je schneller Sie das Problem medizinisch angehen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen geholfen werden kann.

Vielleicht fragen Sie sich, welchen Arzt Sie aufsuchen sollen. Machen Sie es wie immer: Ihr Hausarzt sollte die erste Anlaufstation sein. Falls nötig, wird er Sie an einen Spezialisten – zum Beispiel einen Urologen – überweisen.

Seien Sie ehrlich!
Vor der eigentlichen körperlichen Untersuchung wird Ihnen Ihr Arzt mehrere Fragen zu Ihrem Problem stellen. Bitte beantworten Sie diese wahrheitsgemäß. Es ist in Ihrem Sinne, denn nur so kann sich der Arzt schon vor der Untersuchung ein ungefähres Bild von Ihrem Leiden machen. Es besteht auch überhaupt kein Grund, sich für irgendetwas zu schämen. Sie sollten immer daran denken: Ihr Arzt ist verpflichtet, anderen nichts über Ihre Erkrankung mitzuteilen. Sie brauchen also keine Angst zu haben, dass jemand etwas erfährt.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, sich vorab über das Gespräch mit dem Arzt einige Gedanken zu machen. So sind Sie auf mögliche Fragen vorbereitet. Vielleicht gibt Ihr Arzt Ihnen aber auch einen Fragebogen, den Sie ausfüllen sollen. Es gibt speziell für Harninkontinenz-Patienten entwickelte Fragenkataloge, die helfen, die mögliche Ursache einzugrenzen.

Als erstes wird Ihr Arzt Sie mit ziemlicher Sicherheit fragen, wie lange Sie schon unter dem unfreiwilligen Harnverlust leiden und wie groß die Urinmengen sind, die in der Regel abgehen. Falls Sie auf diese Frage keine genaue Antwort wissen, können Sie zumindest Informationen darüber geben, wie häufig Sie Ihre Unterwäsche infolge der Blasenschwäche wechseln müssen beziehungsweise ob Sie Hilfsmittel zum Aufsaugen des Urins (beispielsweise Binden) benutzen. Ganz wichtig ist die Frage: In welchen Situationen tritt die unfreiwillige Entleerung auf? Kommt es beim Husten, Niesen oder gar bereits im Stehen zum Verlust von Urin? Oder sind es andere Situationen, zum Beispiel, wenn Sie aufgeregt sind, sich fürchten oder kalte Füße bekommen?

Denken Sie daran: Ihr Arzt will nicht in Ihre Intimsphäre eindringen, er muss Ihre Beschwerden nur genauer kennenlernen, um Ihnen helfen zu können.

Interessant ist weiterhin für den Arzt, wie oft Sie zur Toilette gehen, ob Sie beim Wasserlassen ein Brennen verspüren oder andere Schmerzen haben und ob Sie es bei Harndrang schaffen, die Toilette zu erreichen. Auch sollten Sie Auskunft darüber geben können, ob es ein bestimmtes Ereignis gab, nach dem Sie die Inkontinenz erstmals feststellten, zum Beispiel die Geburt eines Kindes oder das Auftreten der Wechseljahre. Über das Wasserlassen an sich werden auch noch einige Fragen kommen. Ist Ihr Harnstrahl eher schwach oder kräftig? Müssen Sie beim Wasserlassen pressen? Haben Sie hinterher das Gefühl, sich nicht vollständig entleert zu haben? Auch über die Dauer des Wasserlassens werden Sie voraussichtlich Mitteilung machen müssen.

Wenn Sie das Gefühl haben, über die Harninkontinenz nur mit einem Geschlechtsgenossen sprechen zu können, gehen Sie doch einfach zu einem Arzt Ihres Geschlechts.

Sie sehen, es sind alles ganz zielgerichtete Fragen, deren Beantwortung in keiner Weise peinlich oder unangenehm sein muss. Doch nur, wenn Sie gewissenhaft Antwort geben, ist eine Einschätzung Ihrer Beschwerden und der Gründe für die Harninkontinenz möglich.
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Keine Angst vor der Untersuchung

Viele Menschen fürchten sich vor einer Untersuchung wegen Harninkontinenz. Zunächst einmal schämen sich viele bei der Vorstellung, dass der Arzt die intimsten Zonen ihres Körpers betrachtet. Außerdem kommt hinzu, dass die meisten Menschen keine Vorstellung von den Untersuchungsmethoden haben und daher von vornherein ängstlich sind.

Damit Sie sehen, dass die Untersuchung in der Regel schmerzlos ist und Sie keine Angst zu haben brauchen, erfahren Sie im folgenden einiges über die gebräuchlichsten Methoden zur Diagnose. Scham ist ebenfalls völlig fehl am Platze, denn Ihr Arzt kennt den menschlichen Körper genau und ist mit Sicherheit auch mit dem Problem Harninkontinenz sehr vertraut.

Die Untersuchungen, die zur Ermittlung der Harninkontinenz-Ursache durchgeführt werden, sind normalerweise schmerzlos.
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Basisuntersuchung – was der Hausarzt unternimmt ...

Bei Problemen, die auf eine Harninkontinenz hinweisen könnten – beispielsweise Schwierigkeiten den Urin zu halten oder ein nicht unterdrückbarer Harndrang – sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt konsultieren. Er wird Sie eingehend untersuchen.

Als Erstes erhebt der Arzt Ihre Krankengeschichte: Schildern Sie Ihre Beschwerden so genau wie möglich. Was bemerken Sie, seit wann und bei welchen Gelegenheiten tritt der Harnverlust auf, gab es vorausgehende Operationen, die Geburt eines Kindes, Begleiterkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus, Alkoholkrankheit), welche Besonderheiten gibt es bei Ihnen? Vergessen Sie nicht, Ihren Arzt darüber zu informieren, welche Medikamente Sie einnehmen, da die Funktion des Harnblasen- und Schließmuskels davon beeinflusst werden kann.
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Selbsttest mit Checkliste

Hilfreich ist es, wenn Sie sich vorher schon eine kleine Checkliste bereit legen und diese mit in die Praxis nehmen. Beantworten Sie dafür die folgenden Fragen:
  • Müssen Sie tagsüber sehr häufig auf die Toilette gehen (mehr als achtmal)?
  • Wachen Sie nachts auf und müssen zur Toilette gehen?
  • Haben Sie manchmal ganz plötzlich den unkontrollierbaren Drang, auf die Toilette zu müssen?
  • Passiert es Ihnen, dass Sie Harn verlieren, weil Sie das Dranggefühl nicht unterdrücken konnten?
  • Verlieren Sie Harn bei Belastungen wie Husten, Lachen, Heben oder Treppensteigen?
  • Haben Sie beim Verlust von Harn unter körperlicher Belastung zusätzlich ein starkes Dranggefühl?
  • Gibt es häufigen Harnverlust in nur kleinen Mengen?
  • Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen?

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Toiletten-/Trinkprotokoll

Ihr Arzt wird Ihnen dann anraten, ein Toiletten-/Trinkprotokoll über einige Tage zu führen. Im Protokoll werden die getrunkenen und ausgeschiedenen Flüssigkeitsmengen und die entsprechenden Uhrzeiten genau erfasst. Die Deutsche Kontinenz-Gesellschaft stellt ein solches sogenanntes Miktionsprotokoll zur Verfügung.

Hier können Sie das Toiletten-/Trinkprotokoll herunterladen.

Falls Ihr Hausarzt es für nötig hält, weitere Untersuchungen durchzuführen, wird er Sie an entsprechende Fachärzte (zum Beispiel Urologe, Gynäkologe) überweisen.

Tipp:
Die eingehende und sorgfältige Untersuchung ist die entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
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Allgemeine körperliche Untersuchung

Die anschließende allgemeine körperliche Untersuchung gibt einen ersten Überblick über die Ursache und Art der Harninkontinenz. Der Arzt kann feststellen, ob der Betroffene unter Erkrankungen wie Infektionen oder Entzündungen leidet. Außerdem kann er abschätzen, inwieweit der Patient körperlich in der Lage ist, bestimmte physiotherapeutische oder verhaltenstherapeutische Therapien durchzuführen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihren Unterbauch abtasten und dabei fragen, ob Sie irgendwo Schmerzen haben. Durch leichtes Klopfen auf den Rücken etwas oberhalb der Taille (Nierengegend) erkennt Ihr Arzt, ob Sie möglicherweise Probleme mit den Nieren haben. Die Harnblase selbst kann Ihr Arzt nur ertasten, wenn Sie ausreichend mit Urin gefüllt ist.

Anschließend wird der Urin untersucht, um festzustellen, ob in der Blase Krankheitskeime sind, die eine Harnblasenentzündung verursacht haben. Eine Blasenentzündung kann manchmal chronisch und wenig schmerzhaft sein. In einigen Fällen verursacht die Blasenentzündung eine Überaktivität der Harnblase mit häufigem Wasserlassen. Zur Untersuchung reicht eine kleine Menge Urin, am besten Mittelstrahlurin. Dieser wird so gewonnen: Lassen Sie beim Wasserlassen die erste Portion (also das erste Drittel) des Urins in die Toilette. Die nächste Portion (das zweite Drittel) ist der Mittelstrahlurin, den der Arzt untersuchen wird – diese Portion fangen Sie mit dem Becher auf. Dann lassen Sie den Rest (das letzte Drittel) einfach wieder in die Toilette laufen. Falls Sie eine Blasenentzündung haben, können Bakterien und/oder weiße Blutkörperchen in der Urinprobe nachgewiesen werden. Der Mittelstrahlurin ist für die Untersuchung des Urins am günstigsten, da sich im ersten und letzten Drittel des Urins auch von der Haut oder aus der Harnröhre stammende Bakterien befinden können – die Untersuchungsergebnisse könnten verfälscht werden.

Blut im Urin ist in kleineren Mengen häufig nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Es kann aber leicht mithilfe eines speziellen Teststreifens nachgewiesen werden. Die Ursache für blutigen Urin können beispielsweise Harnsteine oder Tumore sein, die wiederum Störungen beim Wasserlassen verursachen können.

Mit einer Ultraschalluntersuchung kann sich Ihr Arzt ein noch besseres Bild machen: Zunächst sieht er sich die Nieren, dann die Harnblase an. „Die Blase sollte dabei erst im gut gefüllten Zustand untersucht werden und nach dem Wasserlassen. So kann festgestellt werden, ob nach dem Toilettengang noch Urin in der Blase zurückbleibt und wenn ja, wie viel“, erläutert Mehmet Gövercin, Arzt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Diese sogenannte Restharnbestimmungist sehr wichtig für die Diagnose. Der Grund: Bei etwa einem Drittel der älteren Patienten zieht sich der Harnblasenmuskel aufgrund von Abflussbehinderungen nicht stark genug zusammen (eingeschränkte Kontraktionsfähigkeit) – Restharnbleibt in der Blase zurück. Dadurch besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko und der Betroffene muss häufiger Urin lassen. Die Restharnbestimmung ist besonders vor und während einer Therapie gegen eine überaktive Blase mit speziellen Medikamenten, den anticholinergen Medikamenten, wichtig. Diese Medikamente bewirken, dass sich die Muskelspannung verringert.
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Weitergehende Untersuchungen

Es kann sein, dass der Hausarzt nach der Erstdiagnose weitere Untersuchungen als notwendig erachtet. Meistens wird der Patient dann zu einem Facharzt überwiesen. Die Ultraschall-Untersuchung bei einem Urologen gibt beispielsweise Aufschluss darüber, ob Harnblasentumoren, Harnsteine oder eine vergrößerte Prostata die Harninkontinenz verursachen. Bei Frauen ist in vielen Fällen eine gynäkologische Untersuchung der Beckenbodenmuskulatur nötig.
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Urologische Diagnostik

Eine rektale und bei Frauen auch eine vaginale Untersuchung gehören zur körperlichen Untersuchung beim Urologen dazu. Hierbei kann der Arzt schon durch Augenschein und durch die manuelle Untersuchung einiges erkennen. Beispielsweise fällt dabei eine vergrößerte Prostata auf, die bei Männern zu Inkontinenz führen kann. Bei Frauen ist auch ein Abstrich aus der Harnröhre notwendig, um den hormonellen Einfluss auf die Harnröhrenschleimhaut zu untersuchen.

Auch in der urologischen Praxis kann zunächst eineUltraschalluntersuchung des oberen und unteren Harntrakts, also der Nieren, der Harnwege und der Harnblase, durchgeführt werden. Das Ultraschallbild zeigt, ob Sie unter Harnsteinen, Harnblasentumoren, oder einer Prostatavergrößerung leiden, die die Harninkontinenz verursachen können.

Weiterführende Ultraschalluntersuchungen wie die Perinealsonografie (beziehungsweise Introitussonografie) können angeschlossen werden. In den letzten Jahren hat die sogenannte Perinealsonografie weite Verbreitung gefunden und frühere Röntgenverfahren weitgehend ablösen können. Bei dieser speziellen Ultraschalluntersuchung können die anatomischen Verhältnisse von Harnblase, Harnröhre, Gebärmutter und Scheide (Vagina) hinsichtlich ihrer Lage zueinander in Ruhe und unter Belastung (Husten, Pressen) beurteilt werden.

Besondere Beachtung schenkt man hierbei dem Harnblasenhals: Kurzfristige Druckerhöhung im Bauchraum (beispielsweise ein Hustenstoß) oder auch permanente anatomische Veränderungen der Unterbauchorgane (beispielsweise eine Gebärmuttersenkung) verlagern den Harnblasenhals, also den Bereich zwischen Harnblase und Harnröhre. Der Harnblasenhals wird verschoben und der Winkel, der normalerweise zwischen Harnblase und Harnröhre gebildet wird, verändert sich. Dadurch kommt es zu einer Art Trichterbildung im Harnblasenhalsbereich, was eine Störung im Verschlussmechanismus nach sich zieht. Es kann zur Belastungsinkontinenz kommen.

Die Vorteile der sonografischenTechniken (Ultraschallverfahren): Sie sind nichtinvasiv und verursachen keine Strahlenbelastung.

Die sogenannte orientierende neurologische Untersuchung testet die Berührungsempfindlichkeit der Haut im Bereich des Gesäßes, in der Steißbeinregion und am hinteren Oberschenkel. So werden Nervenstörungen erfasst, die auch Auswirkungen auf die Blasenfunktion haben können. Dazu streicht der Arzt oder die Ärztin meist mit dem Finger über die entsprechende Hautpartie.

Je nach Erfordernis können spezielle Untersuchungen angeschlossen werden. Beispielsweise die Uroflowmetrie, eine einfache, urodynamische Untersuchung, bei der der Patient auf einer Spezialtoilette mit Auffangtrichter Wasser lassen muss. Dabei wird die Stärke des Harnstrahls gemessen.
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Harnblasenspiegelung (Zystoskopie)

Die Harnblasenspiegelung kann ambulant durchgeführt werden. Es sollte kein Harnwegsinfekt vorliegen. In der Regel ist die Harnblasenspiegelung für die Patienten wenig belastend und weitgehend schmerzfrei. Mit einem speziellen Endoskop (Zystoskop) betrachtet der Arzt Harnröhre und Harnblase. Am vorderen Ende des Zystoskops befindet sich eine Art „Minikamera“, ein optisches System mit Lichtquelle. Das Untersuchungsgerät wird in die Harnröhrenöffnung am Penis oder zwischen den Schamlippen eingeführt. Gegen mögliche Schmerzen wird ein Gleitmittel mit einem Lokalanästhetikum verwendet. Die Kamera sendet ein Bild der Harnblaseninnenwand an einen Monitor – der Arzt kann so Veränderungen an der Schleimhaut der Harnblase und der Harnröhre feststellen.
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Urodynamische Diagnostik

Hierbei handelt es sich um ein diagnostisches Messverfahren, bei dem mithilfe von Drucksonden und Elektroden die Funktionsweise der Harnblase untersucht wird.

Hierzu gehört eine Zystometrie, bei der der Arzt die zunächst leere Harnblase mittels eines Katheters von außen auffüllt. Dann beobachtet er das Füllungsvolumen und die anschließende Entleerung der Harnblase. Wenn man die Harnblase mit Kontrastmittel füllt, kann während der Untersuchung gleichzeitig eine Röntgenuntersuchung (Miktionszysturethrografie, MCU) durchgeführt werden, um beispielsweise das Lageverhältnis von Harnröhre zu Harnblase während des Wasserlassens zu beurteilen.

Mittels eines Harnröhrendruckprofils kann über Sonden, die an einem Katheter angebracht sind, der Harnröhrenverschlussdruck gemessen werden. Messfühler, die am After oder am Damm angebracht werden, können Aufschluss über die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur geben. Diese Untersuchungen kann man mit einer Röntgenuntersuchung kombinieren und auf Video aufzeichnen.

Die Diagnose von Harnblasenentleerungsstörungen mittels Urodynamik geht über die übliche urologische Routinediagnostik hinaus. Diese Untersuchung ist jedoch unverzichtbar, wenn die Voruntersuchungen operative Eingriffe notwendig erscheinen lassen. Auch wenn die Basisuntersuchung keinen klaren Befund ergeben hat, ist diese urodynamische Diagnostik sinnvoll.
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Gynäkologische Diagnostik

Frauen sollten gegebenenfalls einen Untersuchungstermin bei Ihrem Gynäkologen vereinbaren. Ihr Frauenarzt/Ihre Frauenärztin wird prüfen, ob sich Gebärmutter oder Blase gesenkt haben, ob die Harnröhre abgeknickt oder die Muskulatur des Beckenbodens erschlafft ist. All dies kann eine Blasenschwäche verursachen.

Ganz wichtig ist die Untersuchung der Beckenbodenfunktion. Ob eine Patientin den Beckenboden anspannen kann, untersucht der Gynäkologe durch Abtasten oder zusammen mit einer intravaginalen Druckmessung. Bevor eine therapeutische Beckenbodengymnastik begonnen wird, sollte festgestellt werden, ob die Patientin die entscheidende Muskulatur überhaupt aktivieren kann. Etwa 30 Prozent der Patientinnen können ihren Beckenboden gar nicht willkürlich anspannen. In diesem Fall sollte eine Elektrostimulationsbehandlung vorgenommen werden, damit die Patientin die willkürliche Anspannung der Muskulatur erst einmal lernt. Eine zusätzliche Methode ist der Einsatz von Biofeedbackgeräten. Hier wird eine Sonde in die Vagina eingeführt (intravaginal), die entweder den Druck misst oder die Muskelaktivität erfasst. Die Muskelkontraktion und -entspannung wird dann auf einem Bildschirm sichtbar gemacht.
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Arzt mit Patient
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Keine falsche Scham: Je genauer der Arzt über die Beschwerden Bescheid weiß, desto aussichtsreicher ist die Therapie.
Röntgenbild des Beckens
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Schmerzfreier Standard: Um den Ursachen der Inkontinenz auf den Grund zu gehen, wird oft eine Ultraschallaufnahme der Blase gemacht.
Checkliste, die abgehakt wird.
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Checkliste: Für Ihren Arzt ist es hilfreich, wenn Sie sich eine kleine Checkliste bereit legen und diese mit in die Praxis nehmen.
Urinprobe mit pH Streifen
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Urinuntersuchung: Anhand Ihres Urins kann der Arzt feststellen, ob in Ihrer Blase Krankheitskeime sind, die eine Blasenentzündung verursacht haben.