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Diabetes Typ 2: Tablettentherapie mit Sulfonylharnstoffen



Bei Diabetes Typ 2 kommen in der Therapie mit Tabletten auch Sulfonylharnstoffe zum Einsatz. In Deutschland verfügbare Arzneistoffe aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe sind Glibenclamid, Gliclazid, Glimepirid und Gliquidon.

Wirkmechanismus: Wie senken Sulfonylharnstoffe den Blutzucker?

Sulfonylharnstoffe regen die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn an. Denn bei Diabetes Typ 2 liegt – im Gegensatz zu Diabetes Typ 1 – kein absoluter Insulinmangel vor. Besonders bei Glibenclamid und Glimepirid ist bekannt, dass sie außerdem die Glukoseproduktion in der Leber hemmen und die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren für Insulin erhöhen.

Indikation: Für wen sind Sulfonylharnstoffe geeignet?

Sulfonylharnstoffe werden ausschließlich bei Patienten mit Diabetes Typ 2 eingesetzt, bei denen die Bauchspeicheldrüse noch ausreichend Insulin produzieren kann. Die Therapie ist zu empfehlen, wenn allein durch Diät und Bewegung keine ausreichende Blutzuckereinstellung erreicht werden konnte und die Monotherapie nicht mit Metformin durchgeführt werden kann. Sulfonylharnstoffe können als alleiniges Mittel eingenommen werden, sie können aber auch mit Metformin, Alpha-Glukosidase-Hemmern oder Glitazonen kombiniert werden.

Kontraindikationen: Wann dürfen Diabetespatienten Sulfonylharnstoffe nicht einnehmen?

Bei Diabetes Typ 1, nachlassender Insulinproduktion (Sekundärversagen), Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz oder Allergien gegen diese Stoffgruppe dürfen Sulfonylharnstoffe nicht eingenommen werden. Bei größeren Operationen, schweren Infektionen, einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft und in der Stillzeit muss die Therapie mit Sulfonylharnstoffen ausgesetzt werden.

Nebenwirkungen: Welche können unter Sulfonylharnstoffen auftreten?

Die häufigste Nebenwirkung von Sulfonylharnstoffen ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Weitere mögliche Nebenwirkungen der Therapie sind Gewichtszunahme, seltene Allergien, Blutbildveränderungen, Magen-Darm-Störungen oder Leberveränderungen. Es ist wichtig zu wissen, dass unter der Therapie mit Sulfonylharnstoffen eine Alkoholunverträglichkeit auftritt, die mit Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps einhergehen kann.

Besonderheiten, Vorteile, Nachteile: Was ist bei Sulfonylharnstoffen zu beachten?

Bei Sulfonylharnstoffen sollte die Dosiseinstellung zu Beginn der Therapie für jeden Patienten individuell und einschleichend erfolgen. Es gilt das Prinzip: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Die gefürchtete Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann durch engmaschige Blutzuckerkontrollen und konsequent regelmäßige Ernährung verhindert oder zumindest reduziert werden. Dadurch wird der Patient allerdings sehr in seiner Flexibilität eingeschränkt. Außerdem ist die Gefahr einer Gewichtszunahme groß, da der Diabetiker im Tagesverlauf entsprechend der zuvor eingenommenen Medikamentendosis essen muss.

Bei Sulfonylharnstoffen kann es zu einem Sekundärversagen kommen: Nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung des Diabetes kann der Blutzucker durch Sulfonylharnstoffe und weitere orale Medikation nicht mehr befriedigend eingestellt werden, weil die Insulinproduktion nachlässt. Dann wird in der Regel die kombinierte Therapie mit Insulin erforderlich.

Wechselwirkungen: Wie kann ich sie vermeiden?

Bei der Einnahme von Sulfonylharnstoffen in Kombination mit weiteren Medikamenten sind Wechselwirkungen möglich. Eine Vielzahl von Medikamenten kann die Wirkung der Sulfonylharnstoffe entweder verstärken oder abschwächen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt immer über alle anderen Medikamente, die Sie zusätzlich einnehmen, damit er die richtige Auswahl für Sie treffen kann.
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