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Insulinspritzen und Insulinpens: die richtige Spritztechnik



Egal, ob Diabetespatienten Insulinspritzen oder Insulinpens benutzen: Sie sollten regelmäßig überprüfen, ob sie die Technik der Injektion richtig beherrschen. Denn schnell schleichen sich beim Spritzen Nachlässigkeiten ein – und bereits kleine Fehler in der Technik können für Blutzuckerschwankungen mitverantwortlich sein. Allerdings wird die Ursache für schlechte Blutzuckerwerte selten in der Technik des Spritzens gesucht.

Welche Nadel ist richtig?

Es gibt für Insulinpens und Insulinspritzen Nadeln in verschiedenen Längen: fünf, sechs, acht, zehn und zwölf Millimeter. Die geeignete Länge wird für jeden Diabetespatienten individuell ermittelt. Sie hängt zum Beispiel von der Dicke des Unterhautfettgewebes und der Fettpolster sowie von der Technik beim Spritzen ab. Moderne Nadeln sind sehr dünn – 0,2 Millimeter an der Kanülenspitze – und haben einen speziellen Schliff, damit die Anwendung kaum mehr schmerzhaft ist.

Wann sollte die Nadel gewechselt werden?

Nadeln zum Spritzen von Insulin sind Einmalartikel, die Sie am besten nach jeder Injektion – zumindest aber täglich – wechseln sollten. Bereits nach einer Injektion kommt es zu kleinen Verformungen der Nadelspitze, der Bildung von Widerhaken und zum Abrieb des Schutzfilms, der die Injektion erleichtern soll. Wird die Nadel mehrfach verwendet, steigt dadurch die Gefahr von kleinsten Verletzungen und Veränderungen des Unterhautfettgewebes an der Einstichstelle. Diese Veränderungen stören durch eine verminderte Durchblutung die Resorption von Insulin aus den betroffenen Gebieten. 

Daneben besteht die Gefahr, dass Insulin auskristallisiert und die Nadel verstopft, wenn Nadeln mehrfach verwendet werden. Verbleibt bei Insulinpens die Nadel auf dem Pen, kann bei Temperaturschwankungen Luft in die Insulinpatrone gelangen, was zu Dosierungsfehlern führen kann.

Die Wahl der richtigen Injektionsstelle



Injektionsstellen © iStock/vitapublic
Insulin kann subkutan gespritzt werden – also in das Unterhautfettgewebe von Bauch (mit mindestens drei Zentimetern Abstand zum Bauchnabel), Oberschenkeln (Vorder- und Außenseite) oder Gesäß (obere und äußere Bereiche). Am schnellsten wird Insulin aus der Bauchregion aufgenommen, die daher besonders für das Spritzen kurzwirksamer Insuline geeignet ist.

Verzögerungsinsulin, das unkombiniert injiziert wird, können Diabetespatienten bevorzugt in Oberschenkel und Gefäß spritzen, von wo aus die Aufnahme langsam erfolgt. Die Gesäßregion ist zum Spritzen von Insulin allerdings nur bedingt geeignet, da man sie selbst schlecht sieht. Injektionen in Oberarm oder Wade werden nicht empfohlen, da hier die Gefahr groß ist, versehentlich in einen Muskel oder in eine Vene zu spritzen.

Spritzstellen für Insulin regelmäßig wechseln

Es wird empfohlen, die Injektionsbereiche nicht ständig zu wechseln, sondern jeweils zur selben Tageszeit das Insulin in den selben Bereich zu spritzen. Innerhalb dieses Bereichs sollten Sie die Spritzstelle bei jeder Injektion nach einem festen Schema wechseln. Wählen Sie zum Beispiel jeden Morgen vor dem Frühstück eine neue Injektionsstelle am Bauch. Mit einem gedanklichen Spritzplan oder einer Rotationsschablone können Sie von der letzten Injektionsstelle aus zum Beispiel im Uhrzeigersinn immer zwei bis drei Zentimeter weiterwandern. So kann sich das Gewebe nach jeder Injektion erholen und die Gefahr von Störungen im Unterhautfettgewebe sinkt.

Die korrekte Technik bei der Injektion von Insulin

Mischen Sie milchig aussehendes Verzögerungs- oder Mischinsulin vor der Injektion ausreichend (mindestens 20 Mal) durch Rollen und Schwenken. Führen Sie dann bei Insulinpens vor der Injektion einen Funktionstest durch, indem Sie ein bis zwei I.E. Insulin in die Luft spritzen. Die Spritzstelle vor der Injektion zu desinfizieren, ist in der Regel nicht notwendig. Beim Einstich gibt es verschiedene Techniken:

Hautfalte © iStock/vitapublicWenn Sie beim Spritzen eine Hautfalte bilden, können Sie die Nadel entweder senkrecht oder schräg im 45-Grad-Winkel einstechen. Die Hautfalte, durch die mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger die Höhe des Unterhautfettgewebes vergrößert wird, sollten Sie erst nach dem Entfernen der Nadel wieder loslassen.
Spritze
© iStock/vitapublic
Beim Spritzen ohne Hautfalte werden kürzere Nadeln benutzt. Der Einstichwinkel muss je nach Patient und Länge der Nadel individuell festgelegt werden. Auf keinen Fall darf in Muskelgewebe gespritzt werden. Nach der Injektion sollten Sie in jedem Fall langsam bis zehn zählen, bevor Sie die Nadel wieder aus der Haut ziehen. Mit dieser Technik kann das Insulin komplett aus dem Insulinpen oder der Spritze abgegeben werden und sich unter der Haut verteilen, damit es nicht wieder unmittelbar durch den Einstichkanal austritt. Pro Injektionsstelle sollten nie mehr als 30 Einheiten Insulin verabreicht werden, da sonst die Aufnahme und Wirkung nicht gewährleistet sind.

Individuelle Beratung zur Technik des Insulinspritzens

Das Spritzen von Insulin sollte gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater individuell auf Sie abgestimmt werden. Dabei sollten Sie folgende Punkte klären: den Injektionsort und die Technik, ob Sie mit oder ohne Faltenbildung, gerade oder schräg einstechen und welche Nadellänge Sie dabei verwenden.
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